ZINS

Effektivzins

Den Effektivzins solltest Du v.a. dann zu Rate ziehen, wenn Du planst, ein Darlehen / einen Kredit bei Deiner Bank aufzunehmen. Der Effektivzins ist in diesem Fall der beste Vergleichsindikator, um das Preis-Leistungs-Verhältnis verschiedener Angebote gegeneinander abzuwägen und wird nach der internen Zinsfußmethode berechnet (engl. IRR). Deine Bank ist dazu verpflichtet, den Effektivzinssatz bei Verbraucherkrediten anzugeben. Er berücksichtigt neben dem Nominalzins auch diverse Kosten, die ein solcher Kredit (u.a. Bearbeitungsgebühren) mit sich bringt.

Leitzins

Der Leitzins wird von den Zentralbanken festgelegt und ist nicht nur ein geldpolitisches Instrument, sondern auch der Preis für das Geld, das sich Geschäftsbanken bei Zentralbanken leihen können. Im Gegenzug sind die Geschäftsbanken dazu verpflichtet, (meist) Wertpapiere bei der jeweiligen Zentralbank für die Dauer des Kredits zu hinterlegen.

Nominalzins

Beim Nominalzins ist die Rede vom Zinssatz, den Geschäftsbanken den Zentralbanken zahlen müssen, sollten sie sich Geld bei ihnen leihen wollen. Ebenso würden Privatanleger wie Du und ich diesen Zinssatz für das Geld bekommen, das wir unserer Bank leihen. Da auf den Nominalzinssatz allerdings noch diverse Arten von Kosten & Gebühren aufgeschlagen werden müssen, sollten Privatanleger zum besseren Vergleich verschiedener Angebote den effektiven Jahreszins bevorzugen (siehe oben).

Realzins

Der Ausgangspunkt des Realzinssatzes ist der Nominalzinssatz. Beim Nominalzins wird die Inflationsrate nicht berücksichtigt und genau da liegt der entscheidende Unterschied zum Realzins. Dieser gibt letztlich den realen Ertrag Deiner Anlage. Es handelt sich beim Realzins also um den um die Inflationsrate bereinigten Nominalzins. Liegt der Nominalzins am Kapitalmarkt bspw. bei 4% und die Inflationsrate beträgt die von der EZB angestrebten 2%, ergibt sich folglich ein realer Zinssatz von 2%.

Zinsstruktur

Die sog. "Zinsinversion" lässt sich am besten an den unterstehenden Grafiken zu den verschiedenen Zinsstrukturkurven erklären. Grundsätzlich gilt jedoch: Je steiler der Verlauf der Zinsstrukturkurve, desto höher die Erwartungen an die Entwicklung der Konjunktur.

Normale Zinsstruktur:

Je größer die Anlagedauer der Anleihe, in die der Anleger sein Geld investiert, desto höher der Zinssatz, den er am Ende der Laufzeit erhält. Grund dafür sind u.a. die mit der zunehmenden Anlagedauer steigenden Opportunitätskosten für den Anleger, der entsprechend länger auf seine Liquidität verzichtet. Im Gegenzug erhält er dafür eine angemessene Entlohnung, je länger der Verzicht ausfällt. Bei einer "langfristig" emittierten Anleihe beträgt der Zeithorizont nicht selten 10, in Einzelfällen sogar bis zu 30 Jahre (siehe 1. Grafik).

Flache Zinsstruktur:

Ist die Zinsstruktur flach, liegen die Zinsen für kurzfristige und langfristige Anleihen auf dem gleichen Niveau. Eine solche Zinsstrukturkurve könnte ein Indiz für eine sich invers entwickelnde Zinsstruktur sein. Die Wirtschaftsanlage könnte, muss sich jedoch nicht eintrüben. Es besteht sogar das Risiko einer bevorstehenden Rezession (siehe 2. Grafik).

Inverse Zinsstruktur:

Steigt der Zinssatz auf kurzfristig aufgesetzte Anleihen über das Zinsniveau langfristig orientierter Anleihen, ist von einer inversen Zinsstrukturkurve die Rede. Es kommt in der Regel nur dann zu einer sog. Zinsinversion, wenn langfristig mit einer sich negativ entwickelnden Wirtschaftslage gerechnet wird. Da inverse Zinsstrukturkurven bereits vor vergangenen wirtschaftlichen Rezessionen für entsprechende Ängste bei Anlegern gesorgt haben, sind die Finanzmärkte in Zeiten negativer Zinsstrukturen von viel Unsicherheit und Volatilität geprägt (siehe 3. Grafik).

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