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ORDERZUSATZ

Wenn ein Anleger einem Laien sagt, er habe Aktien gekauft, dann kann sich der Laie nicht immer vorstellen, was genau das bedeutet und unter welchen Bedingungen dieser Aktienkauf denn schlussendlich stattgefunden hat.

Genau deswegen findest Du hier einige Möglichkeiten, wie Du am Aktienmarkt Aktien kaufen kannst, nämlich mit verschiedenen sog. "Orderzusätzen".

Limit-Order

Sowohl beim Kauf, als auch beim Verkauf von Wertpapieren hat der Anleger die Möglichkeit ein Limit zu setzen. Wie der Name schon sagt kannst du mit dem "Limit" ein individuelles Preislimit festlegen, unter dem Du Deine Aktie nicht mehr verkaufen bzw. über dem Du die gewünschte Aktie nicht mehr kaufen möchtest. Der Limit-Orderzusatz ist der vermutlich am häufigsten verwendete Orderzusatz - v.a. beim Kauf einer Aktie.

Dieses Beispiel veranschaulicht Dir wie genau eine solche Limit-Order funktioniert: Liegt der aktuelle Kurs von Aktie A bei 35,60€ pro Anteilsschein, Du bist aber nur bereit, 35€ pro Stück zu zahlen, so würdest Du Dein Limit auf eben diese 35€ setzen. Fällt der Aktienkurs innerhalb des Zeitraums der Gültigkeit, die Du beim Kauf angegeben hast (bei der comdirect kannst Du Deine Order z.B. tagesgültig aufgeben oder sogar ganz individuell den Monat festlegen, bis zu dem Deine Order ausgeführt werden soll), so wird die Aktie automatisch in Dein Depot gelegt. Fällt die Aktie nicht weit genug, wird die Order nicht ausgeführt.

Billigst / Bestens

Die Ausführung "Billigst/Bestens" führt dazu, dass Deine Order in der Regel innerhalb weniger Sekundenbruchteile ausgeführt wird und die gekauften Aktien umgehend in Deinem Depot landen. Diesen Orderzusatz solltest Du nur dann wählen, wenn du bereit bist zum aktuellen Kurs (oder sogar leicht darüber) zu kaufen und die entsprechende Aktie unbedingt sofort in Deinem Depot sehen möchtest.

"Billigst" gilt dabei beim Aktienkauf. "Bestens" ist nur beim Aktienverkauf von Relevanz.

Stop Loss

Der Orderzusatz "Stop Loss" ist ausschließlich beim Verkauf Deiner Aktien von Bedeutung. Ziel dabei ist es, Deine Verluste zu begrenzen, denn die Aussage, die hinter diesem Orderzusatz steckt, lautet: "Verkaufe meine Aktien sobald deren Kurs unter ein bestimmtes Niveau fällt." Bei diesem Orderzusatz ist jedoch Vorsicht geboten, denn: Findet sich zum aktuellen (fallenden) Aktienkurs kein Käufer, kann es sein, dass Du Deine Aktien zu einem Kurs verkaufen musst, der deutlich unter Deinem ursprünglich gesetzten Stop-Loss-Kurs liegt.

Stop Buy

Der Orderzusatz "Stop Loss" ist ausschließlich beim Kauf Deiner Aktien relevant. Dabei ist die Bezeichnung etwas irritierend. Die Idee hinter diesem Orderzusatz ist es, dass Deine Order ausgeführt wird, sobald ein vorher von Dir festgelegter Kurs überschritten wurde. Das mag den ein oder anderen Anfänger an der Börse etwas überraschen. Wieso sollte man erst kaufen, wenn der Aktienkurs bereits über einen bestimmten Wert gestiegen ist? Wieso nicht kaufen, wenn er ganz unten ist? Dafür gibt es diverse Gründe, hier findest Du zwei sehr gängige:

  1. Es gibt oft technische Signale (z.B. das Durchstoßen der 200-Tageslinie von unten nach oben), die dazu führen, dass Aktien teilweise ab eben ganz bestimmten Kursen eine wahre Rallye hinlegen. Durchstoßen sie diese virtuelle Linie nicht, kann es sein, dass der Kurs wieder nach unten "abprallt" und wieder fällt.

  2. "Wieso nicht kaufen, wenn der Kurs ganz unten ist?" Ja wenn es doch nur so leicht wäre. Die wenigsten Anleger treffen beim Aktienkauf den optimalen Kurs. Die Wahrscheinlichkeit, dass es Dir gelingt, zum niedrigsten Kurs einzusteigen, ist also so gering, dass das nicht dein Anspruch sein sollte, denn dann würdest Du wahrscheinlich enttäuscht.

Trailing Stop Loss / Trailing Stop Buy

Ein Training-Stop Orderzusatz ist sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf von Aktien relevant, wobei er nur von der Minderheit der Aktionäre genutzt wird.

Der Trailing Stop Buy / Loss Orderzusatz ist in seinen Grundzügen mit einer 'normalen' Stop-Order zu vergleichen. Unterschied dabei ist, dass sich der individuell festgelegte Stop-Kurs laufend an den aktuellen Aktienkurs anpasst. Bei einer Trailing-Stop-Loss-Order ist die Idee, genau wie bei einer Stop-Loss-Order, die Verluste beim Verkauf Deiner Aktien zu begrenzen. Den Abstand zum jeweiligen Aktienkurs kannst Du dabei entweder in Prozentpunkten oder in Form eines absoluten Betrages angeben.

Wenn Du also per Stop-Loss-Orderzusatz arbeiten möchtest, aber dennoch von steigenden Kursen profitieren möchtest, ist das hier genau das Richtige für Dich.

Dem gegenüber steht der sog. Trailing-Stop-Buy-Orderzusatz.

Auch dieser ist seinem Pendant, dem Stop-Buy-Orderzusatz sehr ähnlich. Auch hier wird eine Kauforder erteilt, die ausgeführt werden soll, sobald der Aktienkurs eine individuell definierte Schwelle übersteigt. Entsprechend ist es bei einer Order mit dem Trailing-Stop-Buy Orderzusatz so, dass sich die Kaufschwelle dem Aktienkurs anpasst, sollte er fallen. Auch hier kann der Abstand des Orderkurses zum Aktienkurs prozentual oder absolut gewählt werden.

Beispiel: Liegt der aktuelle Aktienkurs der gewünschten Aktie bei 60€ pro Stück und der Anleger hat eine Trailing-Stop-Buy-Order bei 61€ aufgegeben (also 1€ über dem aktuellen Kurs), sinkt die Kaufschwelle entsprechend auf 59€, sollte der Aktienkurs auf 58€ pro Aktie fallen.

Dir sollte also bewusst sein, dass beim Aktienkauf die Kaufschwelle ausschließlich nach unten und beim Aktienverkauf ausschließlich nach oben angepasst wird.

One Cancels Other (OCO)

Der Letzte Orderzusatz, den ich Dir allerdings nur kurz vorstellen möchte, ist der sog. "One-Cancels-Other"-Orderzusatz. Dabei wird die Funktionsweise einer Stop-Order mit der einer Limit-Order kombiniert. Dabei versieht der Anleger 'beide Orders' mit einem Limit bzw. einem Stop. Steigt oder fällt der Kurs in der Folge so, dass eine der beiden Orders ausgelöst wird, wird die jeweils andere Order automatisch 'gelöscht'.

Mein Fazit zu Orderzusätzen

Bei der Beantwortung der Frage, ob Orderzusätze für den Privatanleger von relevanter Bedeutung sind, sollte sich der Einzelne zunächst darüber im Klaren sein, welche Art von Investor er oder sie ist.

Ich bin dabei folgender Meinung:

Für (Day-) Trader und überwiegend 'kurzfristig' orientierte Investoren gilt: Orderzusätze können von größerer Relevanz sein, da es auf kurze Sicht primär auf technische Signale im Aktienchart und die Nachrichtenlage zum jeweiligen Unternehmen ankommt.

Ein Buy-and-Hold Investor (hier zähle ich mich auch dazu) ist sehr langfristig orientiert und wie die Bezeichnung schon andeutet geht es darum, Aktien zu kaufen, sie zu halten und nicht wieder zu verkaufen. Ob der Aktienkurs beim Kauf nun also bei 60€ oder 61€ liegt, ist in 5, 10 oder gar 30 Jahren lediglich zweitrangig - entscheidend sind hier oft die Dividenden und die Dividendenrenditen.