FONDS & ETFS

Fonds

Ein Fonds beinhaltet, ähnlich wie ein sog. "Exchange Traded Fund" (ETF) (siehe unten) eine Vielzahl von z.B. Aktien oder Immobilien.

Dabei ist es dem Anleger möglich, bereits mit geringen Beträgen eine vergleichsweise hohe Diversifikation zu erreichen. Die Idee hinter (Aktien-)fonds, ist es, dem Anleger eine Change zu geben, sein Geld ohne eigens erforderliches Expertenwissen lukrativ an den Aktienmärkten dieser Welt zu investieren. Soweit zumindest die Theorie. In der Realität sieht es oft so aus, dass die laufenden Gebühren und der Ausgabeaufschlag langfristig einen Großteil der Rendite eines Aktiv gemanagten Fonds auffrisst. Mit aktivem Management ist bspw. das Umschichten des Aktienportfolios des Fonds durch den Fondsmanager gemeint. Dazu kommt es bei ETF's in der Regel nicht (siehe unten).

Ausgabeaufschlag

Der Ausgabeaufschlag wird von Fondsgesellschaften (siehe unten) als Gegenleistung für ihre Beratung beim Kauf ihres Fonds verlangt und beträgt bei vielen ihrer Produkte bis zu 5%. Hinzu kommen in der Regel laufende Kosten von ca. 1-2% p.a., die primär den hohen Managementgebühren geschuldet sind, die Fondsgesellschaften für das Management des Fonds verlangen. Achtung: Diese Managementgebühren fallen jedes Jahr an - egal ob der Fonds 20% im Plus oder 20% im Minus steht!

Bei ETFs zahlt der Käufer in der Regel keinerlei Ausgabeaufschlag und verschwindend geringe laufende Kosten von oft weniger als 0,3% p.a.

Fondsgesellschaft

Inzwischen ist es so, dass die meisten großen Bankhäuser eigene Investmentgesellschaften gründen, die sich ausschließlich auf die Verwaltung fremden Vermögens konzentrieren. Das konkrete Umschichten, Kaufen und Verkaufen einzelner Aktien oder anderer Finanzinstrumente übernimmt der Fondsmanager des jeweiligen Fonds. Das Kapital, dass diese auch "Kapitalanlagegesellschaft" genannten Finanzinstitute verwalten, muss von deren eigenen Vermögen getrennt behandelt werden, was für Anleger den Vorteil hat, dass ihre Investitionen bei Insolvenz der jeweiligen Fondsgesellschaft nicht einfach weg ist. Da eine Fondsgesellschaft oft verschiedene Fonds verwaltet, sollte gesagt sein, dass auch die Vermögen, die in den verschiedenen Fonds stecken, strikt voneinander separiert behandelt werden müssen.

Hier habe ich Dir einige gängige Fondsarten etwas näher erklärt. Anschließend findest Du eine Liste weiterer Arten von Fonds, die für Dich interessant sein könnten.

Aktienfonds

Ein Aktienfonds ist die wohl bekannteste Fonds-Art. Dabei wählt der Fondsmanager verschiedene Einzelaktien aus, bei denen er davon überzeugt ist, dass sie in Zukunft eine hohe Rendite einfahren werden. Solche Aktienfonds können diverse Auswahlkriterien haben, die der Fondsmanager dem Anleger im Verkaufsprospekt transparent erläutern muss. Er kann z.B. festlegen, dass sich der jeweilige Fonds ausschließlich auf Aktien aus den USA konzentriert oder die Aktien der ausgewählten Unternehmen ausschließlich in einer ganz bestimmten Branche tätig sind.

Hedgefonds

Das Wort "hedge" (dt. absichern) fasst die Idee hinter dieser Fondsart perfekt zusammen. Hedgefonds i.d.R. primär von institutionellen Anlegern emittiert und zielen darauf ab, in allen Börsenphasen, ob Boom oder Rezession, Gewinne zu erwirtschaften. Dieses ambitionierte Ziel soll erreicht werden, indem den jeweiligen Fondsmanagern bei der Erstellung des Portfolios ihrer Fonds so viel Investitionsspielraum wie möglich eingeräumt wird. Dem Hedgefonds-Manager ist es also oft erlaubt, bspw. auch Derivate oder ähnliche, eher 'spekulative' Finanzprodukte im Portfolio seines Fonds zu verwalten.

Immobilienfonds

Immobilienfonds dienen v.a. Kleinanlegern, die sich keine eigene Immobilie meisten können bzw. wollen, dazu, sich mit vergleichsweise kleinen Beträgen an einer Vielzahl von Immobilien in In- & Ausland zu beteiligen. Dabei wird zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds unterschieden.

In offenen Immobilienfonds oder "Publikumsfonds" sind meist Gewerbeimmobilien wie z.B. Bürokomplexe oder Einzelhandelsstandorte enthalten. Dabei werden sog. Immobilienzertifikate ausgegeben, die erworben werden können und für einen bestimmten Anteil am Gesamtvermögen des Fonds stehen. Ein signifikanter Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds ist, dass die Anzahl der von des Fondsgesellschaft emittierten Immobilienzertifikate bei offenen Immobilienfonds nicht begrenzt ist. Außerdem kann der Anleger jederzeit über seine Fondsanteile verfügen und diese bei Bedarf über die Börse verkaufen.

Achtung(!): In der Vergangenheit ist es immer öfter dazu gekommen, dass offene Immobilienfonds geschlossen wurden und Anleger an ihr Geld für eine gewisse Zeit nicht mehr herangekommen sind.

Anlegern, die ihr Geld in geschlossene Immobilienfonds investieren, sollte das vorher klar sein. Sie werden über das investierte Geld über den gesamten Zeitraum, für der Immobilienfonds aufgesetzt wurde, nur in den seltensten Fällen frei verfügen können.

Weitere Fondsarten

  • Branchen & Themenfonds

  • Dachfonds

  • Garantiefonds

  • Geldmarktfonds

  • Indexfonds

  • Internationale Fonds

  • Länderfonds

  • Laufzeitfonds

  • Nachhaltigkeitsfonds

  • Mischfonds

  • Regionenfonds

  • Rentenfonds

  • Rohstofffonds

  • Total Return Fonds

  • Absolute Return Fonds

  • Währungsfonds

  • Zertifikatefonds

  • Zielsparfonds

ETFs

Sogenannte "Exchange Traded Funds" (ETF) unterscheiden sich von der Mehrheit der oben genannten Fonds in sofern, als dass sie keinen Manager haben. Folglich gibt es auch keinen Ausgabeaufschlag beim Kauf (siehe oben) oder hohe laufende Kosten, geschweige denn Managementgebühren. Auch unterscheiden sich ETFs von Fonds darin, dass sie zur regulären Börsenhandelszeit jederzeit ge- & verkauft werden können, wobei der Preis für Fonds lediglich einmal täglich festgelegt wird.

Physische ETFs bilden den Index, auf den sie gelten, 1:1 ab und werden auch als replizierende ETFs bezeichnet. Diese sog. Vollreplikation beachtet dabei auch die Gewichtung der einzelnen Titel im entsprechenden Index. Die Aktien des Indices, auf den der ETF gilt, werden anteilig gekauft.

Da es dabei allerdings zu gewissen Kosten kommen kann (dennoch nur ein Bruchteil der Kosten aktiv gemanagter Fonds), werden seit einigen Jahren synthetische ETFs als weitere Option am Markt Angeboten. Diese sind grundsätzlich als etwas riskanter bzw. unsicherer als physisch replizierende ETFs zu bewerten, da sie die Werte des Indices, den sie abbilden, nicht zwangsläufig in ihrem Portfolio haben, sondern versuchen, dessen Performance u.a. mithilfe von Termingeschäften wie z.B. Derivaten nachzubilden. Dabei werden "Swaps", also Tauschgeschäfte, verwendet, bei der i.d.R. eine Investmentbank dem Emittenten des ETFs die Wertentwicklung des Referenzindices zusichert. Im Gegenzug erhält die Investmentbank eine Garantie über die Wertentwicklung des jeweiligen Sicherheitskorbes des ETFs. Dieser Sicherheitskorb kann, was die enthaltenen Einzelwerte betrifft, jedoch völlig anders aussehen.

Eine weitere Form von ETFs sind die sog. "Smart-Beta-ETFs". Ein Smart-Beta-ETF ist eine Mischung zwischen einem aktiv gemanagten Fonds und einem passiv konzipierten ETF. Häufig werden dabei bestimmte Strategien (z.B. eine Dividendenstrategie oder die Identifikation unterbewerteter Aktien) verfolgt. Ziel ist es nicht selten eine höhere Rendite bei geringerer Schwankung zu erzielen wobei die Kosten oft etwas höher liegen, als die eines 'normalen' ETF's.

Ein gehebelter ETF verwendet Finanzderivate und Fremdkapital, um die Renditen des zugrunde liegenden Indices zu steigern. Während ein traditioneller börsengehandelter Fonds die Wertpapiere in seinem zugrunde liegenden Index typischerweise 1:1 abbildet, strebt ein gehebelter ETF z.B. ein Verhältnis von 2:1 oder gar 3:1 an. Seit der zugrundeliegende Index also um z.B. 10%, verzeichnet ein im Verhältnis 2:1 abbildender ETF einen ca. 20% Kursanstieg (abzüglich laufender Kosten usw.).

Da es sich bei short ETFs um Finanzprodukte handelt, die durchaus etwas komplexer sind und v.a. für Laien den Aktienmarkt als noch komplexer und spekulativer erscheinen lassen, als es davor bereits der Fall gewesen sein mag, würde ich davon abraten, diese Art von Finanzprodukt als eins der ersten Investments zu realisieren. Die Wertentwicklung eines Short-ETFs ist nicht nur von der Wertentwicklung des zugrundeliegenden Indices abhängig, sondern u.a. vom sog. Geldmarktsatz, einer bestimmten Art von Zinsen sowie den Kosten von stattfindenden Leerverkäufen.

ETCs

"Exchange Traded Commodities" (ETC) funktionieren sehr ähnlich wie ETFs (siehe oben). Der entscheidende Unterschied bei ETCs ist, dass sie nicht, wie ETFs die Wertentwicklung diverser Indices wieder spiegeln, sondern die Wertentwicklung von Rohstoffen bzw. Rohstoffindices.

Achtung! Wenn der Emittent eines ETF's Insolvenz beantragt, bleibt der jeweilige ETF bestehen. Da es sich bei ETCs lediglich um besicherte Schuldverschreibungen handelt, ist das hier der Fall und wären die meisten ETCs nicht mit bspw. Gold abgesichert, wäre das Geld einfach weg, sollte der Emittent Pleite gehen.

Für den Anleger stehen ETCs auf folgende Branchen / Themenbereiche am Aktienmarkt zur Verfügung:

  • Edel- & Industriemetalle

  • Energieträger (z.B. Rohöl)

  • Agrar

Total Expense Ratio (TER)

Seitdem Fondsgesellschaften dazu verpflichtet sind, die jährlichen Verwaltungskosten für ihre Fonds anzugeben, wird dafür meist die sog. "Total Espenes Radio" (dt. Gesamtkostenquote) verwendet.

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